Einsatz in (mehr als) vier Wänden

Seit einiger Zeit erfreuen sich Sendungen zu Hausrenovierungen à la „Einsatz in vier Wänden“ großer Beliebtheit – und auch wir als „Betroffene“ können uns der Faszination des medialen Entrümpelns nicht ganz entziehen. Wenn es aber in unserem schonungslos realen Fall nur vier Wände wären! Ein großes Haus bietet nun einmal viel Platz, um viele, viele Dinge von echter und vermeintlicher Wichtigkeit aufzubewahren…  da kann es denn auch sein, dass man auf Kirschwasser von 1947 oder die alten Brillen der Großtante – oder auch auf einen neugotischen Stuhl stößt. Seit Mitte März nutzen wir jede freie Minute, um das 270 Jahre alte Haus für die Renovierung vorzubereiten – wobei Johannes nicht nur mittels alter Briefe und Dokumente in die Familiengeschichte, sondern auch dank einschlägiger Literatur in die eigene Jugendzeit als Amiga- und 64’er-Fan eintaucht…  Auch wenn unser Optimismus angesichts der Mengen und anderer nervenzerreibender Widrigkeiten immer wieder Schwankungen unterliegt (O-Ton aus dem Freundeskreis: „Wollt ihr euch DAS wirklich antun?“), sind wir doch bis jetzt, besonders auch dank der tatkräftigen und unermüdlichen Hilfe unserer Eltern bzw. Schwiegereltern, sehr weit vorangekommen und hoffen, bald die Profis ans Werk lassen zu können – zumal die Schäden und die völlig veraltete Haustechnik nun umso deutlicher zutage treten. Da in diesem Winter unglaubliche 88.000 kWh Gas (!) verbraucht wurden und es uns begreiflicherweise nicht möglich ist, zwei Haushalte parallel auf lange Sicht hin zu unterhalten, waren wir froh, dass wir Anfang April das Gas abstellen konnten. Auch das ein wichtiger Schritt für die von uns geplante energetische Modernisierung des Anwesens, die einige Monate in Anspruch nehmen wird. Da es in unserem Sanierungs-Blog zu einer schönen Einrichtung zu werden scheint, folgt auch hier wieder ein  „Zitat des Monats“, dieses Mal von Katharina von Siena: „Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten!“ Wir halten uns dran – und bedanken uns bei denen, die es nicht an Realitätssinn, Intelligenz und Weitsicht fehlen lassen und uns mit gutem Willen, aufmunternden Worten und nicht zuletzt Tatkraft zur Seite stehen.