⚜ Gutshof Güntert

Altes und Neues harmonisch vereint

Oktober 2009:  Seit einigen Wochen arbeiten unsere Zimmerleute Simon Gerspacher, Ralf Bocksteger und Markus Meuer nun schon an dem „kapitalen Dachschaden“ (siehe unseren Bericht bzw. unsere Fotos zum „Tag des offenen Denkmals“).  Bei glücklicherweise größtenteils gutem Wetter gingen die Arbeiten zügig voran und bald konnten wir mit Bewunderung und Freude sehen, wie die verschobenen Balken wieder meisterhaft zurecht gefügt und morsche durch neue ersetzt wurden. Dabei wurden wir immer wieder von unserer Arbeit abgehalten, gab es doch einfach zu viele spannende Situationen, die wir fotografisch festhalten mussten, etwa wenn meterlange neue Balken herangeführt und in schwindelerregender Höhe passgenau eingesetzt wurden.  Unterstützt werden die neuen Balken durch Halterungen aus Metall, die die nach außen gedrückten Sticher verankern. Auch wenn die durch die Verschiebungen entstandene „Beule“ in der Wand bleiben wird – die Gefahr ist gebannt und die Beule selbst betrachten wir als eine weitere Furche im jahrhundertalten Gesicht des Hauses. Hier stimmen wir auch mit unserem Architekten voll überein:  Wir wollen das Haus nicht „tot“ renovieren, sondern das Alte, bereits Vorhandene nutzen und das Neue möglichst unmerklich  in Bestehendes einbinden. Bis zu welchem hohen Grad und auf wie überzeugende Weise das gelingen kann, sehen wir auch an den Arbeiten unseres Maurermeisters Michael Brucker: Die geborstenen Fensterbögen – gleichfalls eine Folge der Schäden im Dachgestühl – zeigen sich wieder in alter schöner Gestalt. Im kleinen Vorraum vor dem Keller bzw. vor den Kellergewölben wurden alte Steinplatten aus dem Garten polygonal verlegt und mit neuen mediterranen Steinstufen kombiniert, was wunderbar zu den Bruchsteinwänden und den alten Torbögen passt. Ein historisches doppelflügliges Bogenportal aus dem 18. Jahrhundert, in das wir uns bei Florian Langenbeck verliebt haben, wird sich gleichfalls harmonisch in den ehemaligen Trottschopf als zukünftigem Festraum einfügen.

Mit den in dieser Woche beginnenden Sanitärarbeiten ist auch nunmehr endlich der Startschuss für die Arbeiten im Hausinneren gefallen. Da wir nach letzten Aus- und Aufräumarbeiten (nicht ganz die letzten, immerhin wartet noch der ehemalige Heuboden auf uns … 😉 …) nicht ganz auf die Rolle der Zuschauer und Fotografen zurückgeworfen werden wollten, kümmern wir uns in den kommenden Tagen um den für den Winter vorzubereitenden Garten und die beiden Holztore, die einen neuen Anstrich benötigen.  Stück um Stück sehen wir, wie Ideen Gestalt annehmen und Realität werden – was uns große Freude bereitet ebenso wie die gute Kommunikation zwischen Architekt, Handwerkern und uns, die wir als einen ganz wesentlichen Grund für die bisher so überzeugend verlaufenden Arbeiten ansehen. „Zeige mir, wie du baust und ich sage dir, wer du bist“  (Christian Morgenstern) – da ist was dran!

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